Vergeblicher Versuch, mit dem Fahrrad ein Schiff zu versenken

Sommer 1988 - Fahrradhike des Juffi-Trupps meines Heimatstammes St. Elisabeth (Krefeld) von Kiel nach Eggebek. Am Kieler Hafen fuhren wir mit den Fahrrädern umher. Dabei hat ein Juffi den Anfang des Hafenbeckens übersehen - und stürzte mit dem Fahrrad ins Hafenbecken. Das Ergebnis der unfreiwilligen Wassersporteinlage: Das Fahrrad war an der mit etwa 7 m zweittiefsten Stelle des Hafenbeckens versenkt und musste von der Wasserschutzpolizei geborgen werden. Die  Zahnklammer - vorher in einer Dose am Gürtel getragen - sowie der Fotoapparat waren nicht mehr auffindbar. Schmerzhaft in Erinnerung blieben auch paar geprellte Rippen, da der Kollege gegen ein im Hafen liegendes Schiff geprallt war. Dieses blieb glücklicherweise unbeschädigt …

Simon S.

 

Lagerfeuerromantik

Feuer (zumindest in Grenzen) ist spannender als Fernsehen. Es gibt nichts schöneres, als zu fortgeschrittener Stunde mit allen um das große Lagerfeuer zu sitzen, welches schon den ganzen Tag und die vorherigen Nächte gebrannt hat, und ins Feuer zu gucken.

Die ständig wechselnden Flammen und die sich erhitzende und im nächsten Moment wieder abkühlende Glut erzeugt ein prächtiges Farbenmeer, welches im wahrsten Sinne des Wortes lodert. 

Irgendwann holt jemand seine Gitarre heraus und fängt an zu spielen. Es dauert nicht lange, da fangen die ersten an, zu singen. Liederbücher werden verteilt, ein mehrstimmiges und mehroktaviges „Konzert“ beginnt. 

Diese Romantik und einzigartige Stimmung kann kein Fernsehprogramm der Welt wettmachen. Es gibt keine Wiederholungen, keine Werbung und vor allem: alle wollen das Gleiche gucken! Zwar ist die Diskussion um das nächste Lied ab und an wie das Gezanke um die Fernbedienung, aber im Grunde wollen alle nur das Eine: Lagerfeuerromantik! 

Sven G.

 

Seesänfte

Sommer 2002, Leitersommerlager der Stammheimer Pfadfinder in Holland. Auf dem Platz waren wir nicht die einzigen, ausgerechnet ein Stamm aus der Kölner Nachbarschaft hatte sein Quartier auf dem gleichen Platz aufgeschlagen.
Eines schönen Tages lagen wir am „Strand“ faul in der prallen Sonne, während der andere Stamm eine Stafette o.ä. machte. Direkt neben uns wurde eine Anlaufstelle errichtet. Irgendwann hieß es bei den Kollegen dann „Essen fassen“ und der Posten wurde verlassen. Einer von uns sah sich um ...
„Simon ??“
„Mhhh“
„Die habe Ihr Banner hängen lassen ...“
„Hmm, die kommen doch gleich wieder.“
30 Minuten später:
Simon ??“
„Mhhh ?“
„Die haben Ihr Banner immer noch da hängen!“
„Hmm, die kommen doch gleich wieder.“
30 Minuten später:
„Simon ??“
„Mhhh ?“
„Simon, das Banner hängt immer noch da …“
„Hmm! Ok, dann soll es so sein ...“

Wir rafften uns auf, das Banner wurde fachmännisch eingeholt und verstaut. Später am Tag wurde dem nun bannerlosen Stamm von uns eine Liste mit Forderungen überreicht, und wir warteten voller Vorfreude auf unseren „verdienten“ Lohn.

Nach einiger Zeit erschien der Verhandlungsführer des anderen Stammes: „Also, Modenschau, bei der die Mädels Jungsmode vorführen und die Jungs Mädelsmode? Gestrichen! Kaffee und Kuchen serviert bekommen? Gestrichen! Rückenmassage für Euch alle? – Gestrichen! Seesänfte – ok!“
„Sag mal, Dir ist schon klar, dass WIR EUER Banner haben?!“
„Ja sicher, aber WIR haben EUER Fleisch in unserer Kühltruhe ...“

Nun ja, schweren Herzens ließen wir uns auf die geänderten Bedingungen ein und nahmen mit der Seesänfte vorlieb. Dahinter verbirgt sich ein Tisch einer Bierzeltgarnitur, auf dem (je nach Gewicht der zu tragenden Person) 1 oder 2 Schwedenstühle befestigt werden. Vorne und hinten an dem Tisch wird eine Zeltstange angebracht. Nun kann die Sänfte vorne und hinten von jeweils 2 Personen zum nahen See getragen werden.
Wir nahmen also Platz in der Seesänfte und wollten uns würdevoll zum Ufer tragen lassen, um ins kühle Wasser zu springen. Aber siehe da, hinter einer Hecke stürmten mit einem Male viele kleine Wö’s, Juffis und Pfadi’s mit Wasserpistolen, Wasserbomben, Wassereimern, Wasserschläuchen auf uns zu. Wir waren umzingelt und wurden von allen Seiten gleichzeitig abgeduscht. Da kam die Abkühlung schneller als gewünscht! 

Simon S.

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